Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Als was bist du hier im Strom von Gedanken, Gefühlen und Sinneswahrnehmungen?

Woraus besteht unser Leben? Aus Erleben! Klingt banal, ist es aber nicht. Denn oft sind wir so in unseren Konzepten und Vorstellungen gefangen, dass wir diese einfache Tatsache nicht mehr mitkriegen. Unser Leben besteht einfach aus Erleben. Und zwar in jedem Augenblick unseres Lebens.

Wenn wir jedoch von Erleben sprechen, meinen wir fast immer nicht das Erleben selbst, sondern unsere Bewertungen des Erlebens. Wir sagen „Der Sonnenuntergang war ganz toll“, „Das Wetter im Urlaub war meistens schlecht, deshalb hat es uns nicht so gut gefallen“, „Mein Rücken tut so weh, dass ich es kaum aushalte“ oder „Dass mein Partner dann so reagiert hat, fand ich unmöglich“. All diese Aussagen drücken nicht das direkte Erleben des Augenblicks aus, sondern unsere nachträgliche Bewertung, unseren nachträglichen Kommentar über das Erlebte.

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Wie könnte etwas existieren, wenn es wirklich existieren würde?

Es ist faszinierend. Uns allen ist bewusst, dass ein Auto im Prozess ständiger Veränderung ist. Öl wird verbraucht, Teile im Motor werden verschlissen, die Sitze werden abgenutzt, der Reifendruck nimmt ab, eine kleine Delle entsteht, weil wir beim Einparken nicht aufgepasst haben. Und doch sagen wir von Tag zu Tag: „Da ist mein Auto“. So als wäre es etwas Festes, Gleichbleibendes.

Genauso geht es uns mit allen anderen Dingen. Betrachten wir etwa unsere Wohnung oder unser Haus, ist Veränderung in Form von Verschleiß und neuen Dingen unser tägliches Erleben. Gleichwohl reden wir immer wieder von „meiner Wohnung“ oder „meinem Haus“. So als gäbe es da etwas Unveränderliches.

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Tony Parsons: Da ist keine Geschichte – da ist einfach nur Leben

Ich warne euch am besten gleich, dass ich keine erleuchtete Person bin und dass keine Person in diesem Raum je erleuchtet werden wird. So etwas wie eine erleuchtete Person gibt es nicht. Das wäre ein Widerspruch in sich. Außerdem möchte ich sagen, dass hier keine Lehre welcher Art auch immer verkündet wird. Hier wird nichts gelehrt, weil hier niemand ist, der etwas lernen müsste.

Alles, was hier wirklich passiert, ist, dass wir als Freunde beisammen sind, die sich an etwas erinnern. Es geht hier nur darum, sich an etwas zu erinnern, das wir vielleicht verloren oder verlegt zu haben glauben. Einige der Anwesenden haben sich erinnert und viele andere in diesem Raum haben ein Gefühl oder einen Einblick dessen erfahren, was sie für verloren hielten.

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Anssi Antila: Sei still – Glaube keinem Gedanken

Das Interessanteste an jeder Person ist, dass sie nicht existiert.

„Person“ ist ein juristischer Begriff und bedeutet nicht das Gleiche wie „Mensch“. Im Alltag setzten wir beide Begriffe gleich, aber in der spirituellen Lehre meint man mit Person weder ein juristisches Abstraktum noch den Menschen. Person ist das, was du meinst, wenn du „ich“ sagst. Person ist die konditionierte Illusion ein getrenntes Einzelwesen zu sein. Person ist das psychische Ich, das Ego.

Die Person kann nicht erwachen. Die Person kann sich selbst nicht loslassen. Es gibt daher nur einen Weg, die Person loszulassen: Eine andere Instanz in dir (dein wahres Selbst) muss erkennen, dass es die Person nicht gibt. Das ist alles. Das Erwachen kostet keine Mühe. Es ist nur ein einfaches Durchschauen.

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Ayya Khema: Buddhas Lehre des Nicht-Selbst (Teil 2)

Wir können die Wirklichkeit nicht sehen, weil das Festhalten im Weg ist. Das Festhalten färbt alles ein, was wir auch für wahr halten. Jetzt ist es aber nicht möglich, einfach zu sagen: „In Ordnung, ich höre mit dem Festhalten auf.“ Das können wir nicht. Der Vorgang des Auseinandernehmens des „Ich“, nicht mehr zu glauben, dass dies hier ein Ganzes ist, geht nur allmählich vor sich. Aber wenn Meditation überhaupt Nutzen und Erfolg hat, dann muss sich zuallererst zeigen, dass es einen Geist gibt und einen Körper gibt. Da ist keine geschlossene Einheit, die ständig in Übereinstimmung handelt. Es gibt den Geist, der denkt und den Körper handeln lässt.

Das ist der erste Schritt, um sich etwas deutlicher kennen zu lernen. Und dann können wir feststellen „Das ist ein Gefühl“ und „Ich gebe diesem Gefühl einen Namen“, was Erinnerung und Wahrnehmung bedeutet. „Das ist der Gedanke, den ich zu diesem Gefühl habe. Der Gedanke ist aufgekommen, weil die Geist-Bewusstheit mit dem aufsteigenden Gefühl in Berührung gekommen ist.“

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