Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Ayya Khema: Buddhas Lehre des Nicht-Selbst (Teil 1)

Im Buddhismus verwenden wir die Ausdrücke „Selbst“ und „Nicht-Selbst“, und daher ist es wichtig, zu verstehen, was genau mit diesem „Nicht-Selbst“, anatta, gemeint ist, selbst wenn es sich zuerst nur um eine rein gedankliche Vorstellung handelt, denn der innere Kern der Buddhalehre dreht sich um diesen Begriff. Die anatta-Lehre ist nur der Lehre des Buddha eigen. Niemand, kein anderer spiritueller Lehrer, hat Nicht-Selbst auf genau diese Weise ausgedrückt. Und dadurch, dass es von ihm auf diese Weise ausgedrückt wurde, ist es möglich geworden, darüber zu sprechen. Viel ist über Nicht-Selbst geschrieben worden, aber um es zu verstehen, muss man es erfahren. Genau das ist das Ziel der Lehre: die Erfahrung von Nicht-Selbst.

Und doch muss man, um Nicht-Selbst erfahren zu können, erst einmal das Selbst vollständig kennen. Wirklich kennen. Denn sofern wir nicht wissen, was dieses Selbst ist, dieses Selbst, das wir „Ich“ nennen, ist es unmöglich zu wissen, was es bedeutet, zu sagen „Da gibt es kein Selbst“. Um etwas weggeben zu können, müssen wir es erst einmal vollständig in der Hand haben.

Weiterlesen

Jack Kornfield: Von der Identifikation zum Gewahrsein

Bei der Nicht-Identifikation hören wir auf, das Erleben als „Ich” oder „mein“ zu betrachten. Wir erkennen, wie unsere Identifikation Abhängigkeiten schafft, Ängste und fehlende Authentizität. Wenn wir Nicht-Identifikation praktizieren, erforschen wir jeden Zustand, jede Erfahrung, jede Geschichte mit der Frage: „Ist das, was ich wirklich bin?“

Wir erkennen den provisorischen Charakter dieser Identität. Anstatt sich mit diesen Schwierigkeiten zu identifizieren, lassen wir los und ruhen im Gewahrsein selbst. Das ist der Höhepunkt der Auflösung von Schwierigkeiten durch RAIN [Recognition (Erkennen), Acceptance (Akzeptieren), Investigation (Erforschen), Non-Identifikation (Nicht-Identifikation), I.Z.].

Weiterlesen

Stell dir vor, du könntest 3 Stunden keinen Gedanken denken

Du kennst sicherlich Momente, in denen du einfach nur da warst. Momente, in denen du einfach nur geschaut oder gehört hast. Momente, in denen du wortlos wahrgenommen hast, was gerade passiert. Oft sind es Momente in der Natur, in denen es still wird im Kopf. Für eine kurze Zeit sind da keine Gedanken über Vergangenheit und Zukunft und selbst die Einordnung und Bewertung dessen, was da gerade im Bewusstsein auftaucht, geschieht nicht.

Nur das Rauschen des Windes, das Rascheln der Blätter, die weißen Wolken am blauen Himmel, das Zwitschern der Vögel, ein vorbeilaufendes Reh, ein Autogeräusch in der Ferne – all das wird wahrgenommen, ohne dass es von Gedanken in Begriffe gefasst wird, wie ich sie gerade zur Beschreibung verwenden muss. Da ist einfach nur das. Jetzt.

Weiterlesen

Rupert Spira: Gedanken können nie das Jetzt beschreiben

Es ist ein Gedanke, der sich auf eine Vergangenheit bezieht, die nicht erlebt wird. Mit anderen Worten: Gedanken abstrahieren Zeit vom ewigen Jetzt und bringen damit die Möglichkeit hervor, dass ein Objekt in Zeit und Raum ein anderes Objekt in Zeit und Raum verursacht. Erleben hat aber kein Wissen von einer Sache, die eine andere verursacht, weil sein Erleben nicht in der Zeit ist.

Zeit und Raum sind so grundlegend mit der Art, wie wir die Welt sehen, verbunden, dass selbst wenn Zeit und Raum vollständig zusammenfallen in der Erkenntnis, dass unser Erleben aus dieser dimensionslosen und transparenten Substanz genannt Wissen oder Gewahrsein besteht, danach Gedanken aufkommen und versuchen, zurück zu dem alten Modell zu gehen und es in unser neues Verstehen hineinzuziehen. Es heißt dann: „Da muss eine Ursache für die gegenwärtige Erfahrung sein.“ Und Ursache impliziert Zeit.

Weiterlesen

Mooji: Nimm nichts als du selbst an und du bleibst übrig

Eins seiend mit sich selbst, hat das Absolute keine Möglichkeit, sich auf eine Weise zu erfahren, die wir gewöhnlich mit Erfahrung verbinden. Wenn wir normalerweise an Erfahrungen denken, ist da das Gefühl eines Erfahrenden, die Sache, die erfahren wird, und die Erfahrung selbst. Ich sage nun (und die Meister sagen das auch), dass diese Triade von Erfahrung, Erfahrendem und erfahrener Sache ein Spiel des einen Bewusstseins ist.

Sobald jedoch das Bewusstsein oder Sein, das rein in seiner Essenz ist, im Körper wirkt, geht es durch eine ganze Reihe von Erfahrungen. Für eine Weile drückt das Sein all diese verschiedenen und veränderlichen Zustände aus und erlebt sie: Heranwachsen, Kindheit und Jugend… Es muss durch diese Phasen gehen. Jedes Rebellieren, jede Frustration, jeder emotionaler Ausdruck wird durchlaufen.

Weiterlesen

Seite 1 von 7



© 2015 Freiheit des Jetzt | Ingo Zacharias | Schröderstr. 8 | 69120 Heidelberg | Tel. 0163-9109750 | post@ingo-zacharias.de

Impressum & Wordpress-Theme von Anders Norén